Krankschreibung von Patienten

Verordnungen

Krankschreibung von Patienten

Kann ich einen Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde krankschreiben?

Ja, dies wurde - unabhängig von der Corona-Pandemie – am 16. Juli 2020 vom GBA beschlossen. Es müssen hierfür jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

 

Voraussetzung für die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit im Rahmen einer Videosprechstunde ist unter anderem, dass die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt.

 

Die erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ist für in der Arztpraxis unbekannte Versicherte auf bis zu drei Kalendertage, für in der Praxis bekannte Versicherte auf bis zu sieben Kalendertage begrenzt.

 

Eine Folge-AU-Bescheinigung über Videosprechstunde ist nur zulässig, wenn die vorherige Krankschreibung aufgrund einer unmittelbar persönlichen Untersuchung ausgestellt wurde.

 

Eine Arbeitsunfähigkeit darf weiterhin nicht ausschließlich auf Basis z.B. einer Chat-Befragung bescheinigt werden.

Für den postalischen Versand von Krankschreibungen an den Patienten nach einer Videosprechstunde wurden zwei neue Kostenpauschalen eingeführt:

  • Kostenpauschale 40128 für die AU-Bescheinigung
  • Kostenpauschale 40129 für die Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes

 

Die beiden Kostenpauschalen 40128 und 40129 sind – analog zur Kostenpauschale 40110 – mit jeweils 81 Cent bewertet. Die Finanzierung erfolgt außerhalb der MGV.

 

Die neuen Kostenpauschalen dürfen nur abgerechnet werden, wenn die Notwendigkeit zur Ausstellung der Bescheinigung im Rahmen einer Videosprechstunde festgestellt wurde und die Bescheinigung per Post an den Patienten gesendet wird.

Kann ich einen Patienten nach nur telefonischem Kontakt krankschreiben?

Für Patienten und Patientinnen mit leichten Atemwegserkrankungen kann nach telefonischer Anamnese eine AU-Bescheinigung (Muster 1) für bis zu sieben Kalendertage ausgestellt werden. Diese Regelung gilt seit dem 04. August 2022 und ist vorerst befristet bis zum31. März 2023. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte müssen sich dabei persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere 7 Kalendertage ausgestellt werden.

 

Auch die Ausstellung einer „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes“ gemäß Muster 21 ist weiterhin telefonisch möglich.

Für den Versand der AU-Bescheinigungen an die Versicherten kann auch wieder das Porto abgerechnet werden. Die Abrechnung erfolgt über die GOP 88122 (90 Cent).

Kann ich einen „Kindkrankschein“ (Muster 21) ausstellen, wenn ein beschwerdefreies Kind aufgrund eines eingeschränkten Schul- und Kitabetriebs nicht anders betreut werden kann?

Nein, die Ausstellung des „Kindkrankscheins“ in den genannten Fällen ist keine vertragsärztliche Aufgabe. Nur wenn ein Kind krank ist, darf der Betreuungsbedarf gegenüber der Krankenkasse mit einer Bescheinigung vom Arzt nachgewiesen werden. Dafür wird die „Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“ ausgefüllt. Muss ein Kind aufgrund einer Schul- oder Kitaschließung zu Hause betreut werden, kann die jeweilige Einrichtung eine Bescheinigung ausstellen